Konstitutions-Medizin
In der Traditionellen Europäischen Naturheilkunde (TEN)
In der Konstitutionsmedizin werden die Krankheiten im Leben eines Menschen nicht als voneinander getrennte Einzelereignisse gesehen, sondern als Lebensprozesse, die eine pathophysiologische Geschichte erzählen. Diese Geschichte gilt es zu verstehen und in konstitutionelle Behandlungskonzepte umzusetzen. Das zugrundeliegende Denk- und Arbeitsmodell der Konstitutionsmedizin ist die Säftelehre
Die konstitutionelle Augendiagnose (Irisdiagnose) weist den Weg zum konstitutionellen Rezept.
In meiner langjährigen Praxisarbeit hat die Konstitutionsmedizin den zentralen Platz eingenommen. Sie hat meinem Wunsch nach einer Arbeitsweise mit einem ganzheitlichen Blick auf den Menschen perfekt entsprochen. Und an dieses ganzheitlich-systemische Denkmodell konnte ich ganz wunderbar die verschiedenen Therapie-Methoden anknüpfen, die mich über die Jahre interessiert und überzeugt haben.
Einfach ausgedrückt, verbessert eine Konstitutionsbehandlung die allgemeine Lebenskraft – Vis vitalis. Damit dient sie der Krankheitsprophylaxe und unterstützt – im Falle einer Erkrankung – die körpereigenen Selbstheilungskräfte. Besonders hilfreich ist die Konstitutionsmedizin bei der Behandlung von chronischen Krankheiten – hier ermöglicht sie ein Verständnis für die individuelle Krankheitsentstehung und eröffnet eine tiefgreifende Behandlung der Krankheitsursachen – dem Individuum perfekt passend. Die Basis einer Konstitutionsbehandlung bildet meist eine pflanzlich-homöopathische Tee-, Tropfen- oder Pulvermischung, die durch Ernährungs- und Verhaltenstipps sprich diätetische Massnahmen ergänzt wird.
Je nach Situation kann eine weitergehende Diagnostik (Stuhl-, Urin-, Blutlabor, Haarmineralanalyse) sinnvoll sein, und weitere naturheilkundliche Methoden (Aus- und Ableitverfahren wie Schröpfen, Baunscheidtieren, Canthariden, Blutegel, Nasenrödern, Eigenblut-Behandlungen, Akupunktur, u.a.m.) können die konstitutionelle Basisrezeptur in ihrer Wirkung unterstützen.
Zur Bestimmung der konstitutionellen Merkmale betrachten wir ich die Körperhaltung, Körper- und Gesichtsform und -Zeichen, Gestik, betrachten die verschiedenen Reflexzonen am Ohr, Hand, Fuss, Rücken, erfragen Verhaltensmuster, betrachten mit einem Mikroskop die Iris unserer Augen und die Zunge und erfühlen die Pulsqualitäten. Zudem werden die Symptome und Modalitäten erfragt.
Die so bestimmte Konstitution sagt uns wie wir funktionieren und wo unsere Stärken und Schwachstellen sind. Sie gibt uns so was wie eine ganz persönliche Bedienungsanleitung für uns selbst.
Leben wir nicht danach, können Entgleisungen stattfinden, die uns schlussendlich krank machen können.
Ausserordentlich gute Dienste leistet die Konstitutionsmedizin in der Kinderheilkunde. Hier stehen die konstitutionell bedingten Besonderheiten der Lymphfunktionen im Vordergrund. In diesem Verständnis hängen nahezu alle in der Kindheit auftretenden Krankheiten, mit Fehlfunktionen des Lymphsystems zusammen – als Lymphatismus oder Skrofulose.